Auf keinem anderen Flughafen sei der Aufenthalt familienfeindlicher als in Kloten, sagen viele Eltern. Weil die Wartezeit im Flug vergeht – dank der 18 Kinderbetreuerinnen.
24000 Kinder aus der ganzen Welt wurden letztes Jahr auf dem Flughafen Zürich-Kloten betreut. Die 18 Mitarbeiterinnen, die sich im Schichtbetrieb ablösen, stehen den Eltern und ihren Kindern täglich von 6.30 bis 22 Uhr mit Rat und Tat zur Seite. Die vielsprachigen Betreuerinnen – viele von ihnen sind ausgebildete Krankenschwestern, Kleinkindererzieherinnen oder Flugbegleiterinnen – verfügen auch über Erste-Hilfe-Kenntnisse. Der Flughafen Zürich-Kloten ist der einzige in Europa, der seinen kleinsten Gästen in beiden Terminals einen eigenen Aufenthaltsraum bietet.
Aufenthalt und Betreuung sind kostenlos. In beiden Räumen stehen vier Wickeltische mit Papierwindeln, eine Küche zum Aufwärmen der Kindermahlzeiten, sechs Bettchen, ein Laufgitter, Nachttöpfe und Toiletten für Kleinkinder zur Verfügung. Außerdem gibt es zahlreiche Stofftierchen, Schaukelpferdchen, Bauklötze, Puppenstuben, einen großen Stall, Bilderbücher, Spiele und vieles mehr.
Es ist ein Erlebnis für die Kinder, mit Kindern zu spielen, die eine andere Muttersprache sprechen oder aus einem anderen Kulturkreis kommen, weiß Alice Martin (40). Die ehemalige Kinderschwester, selber Mutter eines sechsjährigen Sohnes, gehört seit 14 Jahren zum Team der Betreuerinnen. Zusammen mit 17 Kolleginnen ist sie abwechselnd in den beiden Kinderspielzimmern den Terminals A und B beschäftigt.
Bevor Alice Martin 1994 von der Flughafendirektion angestellt wurde, war sie viele Jahre auf einer Geburtenabteilung und später noch in einem Behindertenheim beschäftigt. Die Kontakte zu den jetzt von ihr betreuten Kindern seinen nicht mehr so intensiv wie früher im Spital oder im Heim, dafür biete ihr die heutige Tätigkeit mehr Abwechslung.
Die kinderliebende Frau reist selber gern und viel. Auch ihre Fremdsprachenkenntnisse kommen ihr hier zugute. Alice Martin spricht neben ihrer Muttersprache Englisch, Französisch und Spanisch. Sehr bereichernd sei, dass sie in ihrer täglichen Arbeit andere Kulturen kennenlerne.