Lesen Teil 1 - Spielen
Die erste Kösener Puppenfabrik wurde 1912 von Kathe Kruse gegründet. 80 Jahre später übernahm der Unternehmer Helmut Schache die traditionsreiche Spielzeugmanufaktur in Sachsen-Anhalt, seitdem wird sie von seiner Familie geführt. Dort werden noch wie früher Plüschtiere einzeln angefertigt, rund 80.000 jährlich, von der kleinen Maus bis zum 1,65 Meter großen Bären, Wir machen keine niedlichen Plüschtiere. Wir versuchen die Tiere so zu gestalten, wie sie in ihrer Umwelt sind", erklärt Helmut Schache. Die Plüschtiere entstehen nicht in Fließbandproduktion, sondern werden einzeln zusammengenäht, manche aus über 100 Teilen. Nur so gelingt es, die charakteristischen Merkmale der Tiere authentisch abzubilden, Jedem Entwurf gehen ausführliche anatomische Beobachtungen und Studien in der Natur und im Zoo voraus. Dann erst folgen Skizzen und erste Modelle aus Ton. 15 bis 20 neue Tiere bringt die Kösener Spielzeugmanufaktur jedes Jahr auf den Markt. Verkauft werden sie in 25 Ländern.
Die Modelleisenbahn hat auch im Computerzeitalter ihre Anziehungskraft nicht verloren. Bis heute bringt sie die Augen von großen und kleinen Eisenbahnfans zum Leuchten. Doch ihre ersten Erfolge feierte sie schon vor langer Zeit: 1891 rollte die erste Uhrwerkeisenbahn zum Aufziehen über die Gleise, und mit ihr begann der Aufstieg der Firma Märklin zum führenden Hersteller von Spielzeugeisenbahnen. Damals brachte die beginnende Industrialisierung mit ihren neuen Technologien auch für durch die Spielzeugherstellung neue Impulse. Dampfmaschinen im Kleinformat und funktionierende Kinder-Koch-herde hielten Einzug in die Kinderstuben. 1895 brachte Märklin die erste dampfbetriebene Spielzeugeisenbahn auf den Market. Einige Jahre später entwickelte man daraus die elektrische Modelleisenbahn, wie sie noch immer zu kaufen ist. Diese faszinierten Generationen technikbegeisterter Fans und wurde zum Sammelobjekt. Gewiss werden die Miniatureisenbahnen noch lange durch Kinderzimmer und Hobbykeller rattern.
Gedruckten Büchern wurde vor einigen Jahren von Experten ein schnelles Ende- vorausgesagt. Das papierlose Lesen sei die Zukunft, hieß es. Höchstens als Nischenprodukt könnten Bücher noch existieren. Doch schon wenig später stiegen deren Verkaufszahlen überraschend an. Vieles deutet darauf hin, dass sich Sachen, die man selbst in die Hand nehmen kann, doch nicht so leicht von digitalen Inhalten verdrängen lassen. Zum Beispiel sind Papierkalender nicht aus den Geschäften verschwunden und die Schallplatte findet trotz der Verbreitung von Streaming Angeboten viele Käufer. Zukunftsforscher erkennen darin sogar einen Trend, nämlich eine Gegenbewegung zur Digitalisierung, Dafür gibt es natürlich Gründe. Wer will schon nur Passwörter, PINS, Speicherplatz und Kontaktdaten besitzen? Alte Bücher, Hörspielkassetten oder Fotoalben wecken dagegen Gefühle", erklärt der Konsumforscher Peter Riefenberg. Nimmt man das Taschenbuch in die Hand, dass man am Strand gelesen hat, fühlt man sich gleich wieder in den Sommerurlaub zurückversetzt. Gegenstände wecken also Erinnerungen -das werden sie digitalen Produkten immer voraushaben.
Immer neue Spielekonsolen, Spielformate und Apps drängen auf den – elektronischen Spielemarkt und dennoch haben Brettspiele nie an Bedeutung verloren. Die Hersteller vermelden sogar Jahr für Jahr steigende Umsätze. Was aber macht den Zauber des klassischen analogen Brettspiels aus? Wer selbst sein Glück am Würfelbecher versucht, kommt dem Geheimnis schnell auf die Spur: Beim gemeinsamen Spiel genießen die Mitspieler besondere Momente der Zusammengehörigkeit, „Bei solchen Spielen steht das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund: Familie und Freunde kommen an einem Tisch zusammen, erklärt Stefan Wiese, Geschäftsführer des Naumburger Spieleverlags. Das gute Brettspiel von früher wird auch in Zukunft Anhänger haben. Nach einer gemeinsamen Spielrunde stehen meist alle mit einem Lächeln vom Tisch auf, ergänzt er. Das Spielen in analogen statt digitalen Welten steigert also Zufriedenheit und Gemeinschaftsgefühl.
Jahr für Jahr gehört der Umsatz der Spielzeughersteller. Und das ist auch kein Wunder: Denn kaum etwas erfreut Eltern mehr als die leuchtenden Augen der Kinder, wenn sie ein neues Spielzeug bekommen. Und so sind die Schränke und Spielzeugkisten der lieben Kleinen voll mit Puppen, Kuscheltieren und Autos, Doch das hat auch unerwünschte Folgen. Wenn ein Kind zu viel Spielzeug hat, wird sich seine Phantasie nicht weiterentwickeln", warnt Spielforscher Jens Junge. Deshalb verzichten manche Kindergärten auf überflüssiges Spielzeug. Im Berlin Musikkindergarten zum Beispiel quilt kaum ein Regeln über – und trotzdem wird den Kindern hier nie langweil Es gibt Musikinstrumente, Bastelmaterialien und au Spielzeug - aber nie zu viel, sodass die Kinder nicht üb fordert sind. Es komme für die Kinder gar nicht so sehr darauf an, womit sie spielen, sondern vor allem nicht, wie betont Mitarbeiterin Lara Schwarz. Das gemeinsame mit Freunden sei für Kinder sowieso am wichtigsten.
Alte spiele stärken das Miteinander.
Dinge zum Anfassen bleiben beliebt.
Je mehr Spielsachen, desto größer die Kreativität.
Kleine Züge mit langer Geschichte.
Massenfertigung von Kuscheltieren.
Naturgetreue Handarbeit für das Kinderzimmer.
Technik Spielzeug von früher wieder im Handel.
Überfluss im Kinderzimmer.
Viele Computerspiele kommen schnell aus der Modernen.
Warum sich Leser von Büchern abwenden.
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