Lesen Teil 1 - Kaffee
Das erste Kaffeehaus in Leipzig, "Zum arabischen Coffee-Baum", öffnete 1685 seine Pforten. Seitdem ist der Kaffee in Sachsen zum beliebten Getränk geworden, das weder zu Hause auf Partys und Feiern noch beim Ausgehen fehlen darf. "Kaffeesachsen" wurden früher die Bewohner des Landes zwischen Leipzig und der polnischen Grenze auch deswegen scherzhaft von den anderen Deutschen genannt. Bevorzugt wird der Kaffee heiß und süß getrunken. Süße Ergänzungen wie Dresdner Stollen oder Leipziger Lerchen, beides traditionell gebackene Kuchenspezialitäten, gehören zum Kaffee wie das Tüpfelchen zum "i". Dabei wird das Gebäck auf echt sächsische Art "gedibbscht", das heißt: Es wird in den Kaffee getunkt, bevor es gegessen wird. Die Sachsen schwören darauf, dass sowohl das Gebäck als auch der Kaffee so und nur so ihr volles Aroma entfalten. Wer es selbst ausprobieren möchte: Zahlreiche Kaffeehäuser laden in allen größeren und kleineren Städten Sachsens dazu ein, dies auszuprobieren.
Eppingen liegt etwa auf halbem Weg zwischen Karlsruhe und Heilbronn im Kraichgau, einer geschichtsträchtigen Region mit wunderschöner Landschaft und bodenständiger Kultur, die von erholungssuchenden Menschenmassen noch nicht überrollt ist. Die Altstadt des Städtchens ist ein einziges Museum: Über 100 Fachwerkhäuser mit ihrem romantisch anmutenden Muster aus braunen Holzbalken und weiß getünchtem Lehm können hier bewundert werden. Die bekanntesten davon sind das "Baumannsche Haus" (erbaut 1582), heute ein Hotel, und die "Alte Universität", heute ein Museum. Hier befand sich 1564/1565 die Heidelberger Universität, die, als in Heidelberg die Pest wütete, hierhin ausgelagert wurde. Im heutigen Museum kann man die Fachwerkbaukunst studieren. Seit 1993 findet im Juli und August der "Carillonsommer" statt. Dann geben international bekannte Orgelinterpreten Glockenspielkonzerte, die vom achteckigen Turm der Stadtpfarrkirche erklingen. Eine lange Tradition in Eppingen hat die Bierbrauerei. Das hier gebraute "Palmbräu"-Bier kann an Ort und Stelle in der Brauereigaststätte probiert werden. Eppingen ist auch Ausgangspunkt zahlreicher Wanderwege, auf denen der Kraichgau zu Fuß erkundet werden kann.
Das Kloster Maulbronn wurde 1147 von Zisterziensermönchen gegründet. Man sagt, ein Maulesel, den die Mönche auf ihren Wanderungen mitgeführt hatten, solle hier einen Brunnen gefunden haben, und man habe daraufhin beschlossen, an dieser Stelle das Kloster zu bauen. Im 16. Jahrhundert wurde es im Verlauf der Reformation säkularisiert und zum Internat umfunktioniert. Heute, von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erhoben, ist das Kloster ein Touristenmagnet. Selbst vom berüchtigten Doktor Faust wird erzählt, er sei einmal dort gewesen. Das Kloster soll einmal kein Geld mehr gehabt haben, und der sonst gottesfürchtige Abt habe geglaubt, mit Hilfe des Doktor Faust und dessen Zauberkünsten wieder zu Geld zu kommen. Maulbronn war besonders wegen seiner Klosterschule bekannt, die von namhaften Persönlichkeiten besucht wurde: Johannes Kepler lernte hier Latein und Mathematik, der Schriftsteller Hermann Hesse litt bekanntlich sehr unter der eisernen Disziplin und Härte, die hier nach seiner Meinung vorherrschte. Hermann Hesse hat die Klosteranlage später in seinen Romanen "Unterm Rad" und "Narziß und Goldmund" zum Schauplatz gemacht.
Auf einer Anhöhe oberhalb des Bodensees, ca. 10 km vom See entfernt, liegt in idyllischer ländlicher Umgebung das ehemalige Zisterzienserkloster Salem. Innerhalb der weitläufigen Klosteranlage aus dem 12. Jahrhundert befinden sich heute mehrere Museen und das gotische Münster. Im Feuerwehrmuseum findet der interessierte Besucher alte Feuerwehrwagen, die noch von Pferden gezogen wurden, alte Geräte, Spritzen und Pumpen sowie mehrere Modellanlagen. Im Weinbaumuseum bekommt man einen Überblick über die Weinproduktion der Bodenseeregion. Hier können regionale Weine probiert und auch gekauft werden. In den angrenzenden Gebäuden kann man zuschauen, wie – nach alter Handarbeit – Musikinstrumente gebaut, Glas geblasen oder Goldschmuck hergestellt wird. Ein kleiner, aber feiner Park lädt zum Ausruhen und Verweilen ein. International bekannt ist jedoch das von Kurt Hahn und dem Prinzen Max von Baden 1920 gegründete Internat Salem, das von den Söhnen und Töchtern bekannter Familien aus ganz Europa besucht wurde und wird: Der erste deutsche Bundespräsident Theodor Heuss ging hier ebenso zur Schule wie der Ehemann der britischen Königin Elisabeth, Prinz Philipp.
Vermutlich vor fast 900 Jahren, irgendwann im dreizehnten Jahrhundert, sollen die Menschen herausgefunden haben, was es mit dem Kaffee auf sich hat. Eine Legende erzählt von einem jemenitischen Ziegenhirten, dessen Ziegen sich nach dem Genuss der roten Beeren eines bestimmten Strauches merkwürdig lebendig und aufgedreht benommen haben sollen. Im Dorf habe der Dorfgelehrte dann herausgefunden, dass die Früchte, die bisher nur den Ziegen zu viel "Energie" verholfen hatten, auch beim Menschen ihre Wirkung zeigten. Nach mehreren Experimenten habe man dann herausgefunden, dass die Beeren, wenn man sie trocknet und dann mit heißem Wasser aufkocht, am besten schmecken. Der Kaffee war erfunden. Wegen seiner berauschenden Wirkung, so eine Theorie, soll das Getränk dann arabisch qahwa genannt worden sein, was auch einen Wein bezeichnen konnte. Nach einer anderen Theorie stammt der Kaffee aus der Region "Kaffa" im südwestlichen Äthiopien. Von hier aus nahm jedenfalls sein Siegeszug über die ganze Welt seinen Ausgang. 1582 erreichte der Kaffee schließlich Europa, wo er bis heute zu einem der beliebtesten Getränke wurde.
Altes Handwerk und alte Technik anschaulich präsentiert.
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Ein Altes Kloster als Feuerwache.
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Entdeckung und Verbreitung des Kaffees.
Kaffee macht die Leute süß.
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Ohne Kaffee geht hier nichts.
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