Lesen Teil 1 - Schlafzug 1

Wussten Sie, dass der längste dokumentierte Winterschlaf einer Fledermausart in Nordamerika beeindruckende 344 Tage dauerte? Forscher der University of Colorado haben herausgefunden, dass diese Tiere in extrem kalten Regionen fast ein ganzes Jahr ohne Nahrung überleben können – ein faszinierender Beweis für die Anpassungsfähigkeit der Natur.
In der kalten Jahreszeit ziehen sich viele Tiere zurück und verfallen in den Winterschlaf. Dabei sinkt der Energieverbrauch drastisch: Herzschlag und Atmung verlangsamen sich erheblich, und die Körpertemperatur fällt spürbar. So können die Tiere monatelang ohne Nahrung auskommen. Besonders verbreitet ist dieses Verhalten bei Kleinsäugern wie Igeln, Fledermäusen oder Murmeltieren, die den Winter in geschützten Verstecken wie Höhlen, Erdlöchern oder Dachböden verbringen.
Diese Strategie schützt nicht nur vor eisigen Temperaturen und knappen Futterquellen, sondern zeigt auch, wie genial die Natur Lösungen für extreme Bedingungen entwickelt hat. Manche Tiere wie das Eichhörnchen halten keinen echten Winterschlaf, sondern eine Winterruhe, bei der sie regelmäßig aufwachen, um Vorräte zu fressen.

In Dänemark wurde vor einigen Jahren ein umfangreiches Schulprojekt durchgeführt, das die Auswirkungen von Tageslicht auf Kinder untersuchte. Dabei zeigte sich, dass Schülerinnen und Schüler in Räumen mit großen Fenstern und viel natürlichem Licht im Durchschnitt bessere Testergebnisse erzielten als Gleichaltrige in schlecht beleuchteten Klassenzimmern.
Auch eine aktuelle Studie der Universität Lichtenberg bestätigt diesen Zusammenhang: Natürliches Licht wirkt sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit von Kindern aus. Helle, lichtdurchflutete Klassenräume sorgen dafür, dass Lernende länger aufmerksam bleiben und Informationen besser verarbeiten können. Die Wissenschaftler betonen zudem, dass ausreichend Sonnenlicht nicht nur die Leistungsfähigkeit steigert, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden verbessert. In gut beleuchteten Räumen sind die Schülerinnen und Schüler ausgeglichener, weniger müde und insgesamt motivierter.

Schon die alten Römer wussten, dass ausreichend Schlaf entscheidend für die Leistungsfähigkeit ist. In historischen Schriften findet man Hinweise darauf, dass Soldaten vor wichtigen Schlachten besonders viel Ruhezeit bekamen, um konzentrierter und belastbarer zu sein. Auch moderne Studien, etwa an der Universität von Kopenhagen, zeigen: Menschen, die regelmäßig zur gleichen Zeit ins Bett gehen, haben ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Ein geregelter Schlafrhythmus ist von zentraler Bedeutung für unsere Gesundheit. Während wir schlafen, bildet unser Körper das Hormon Melatonin, das für die Steuerung des Schlaf-Wach Rhythmus zuständig ist. Dieses Hormon sorgt dafür, dass wir entspannen können und unterstützt eine tiefe, erholsame Nachtruhe. Gerät der Schlafrhythmus jedoch aus dem Gleichgewicht – etwa durch Schichtarbeit, zu spätes Zubettgehen oder häufige Nutzung elektronischer Geräte am Abend –, kann das zu Problemen führen. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass Schlafstörungen nicht nur Müdigkeit am Tag verursachen, sondern langfristig auch das Immunsystem schwächen und das Risiko für Krankheiten erhöhen können.

Schon im Mittelalter unternahmen Menschen nächtliche Pilgerwege zu Klöstern oder Wallfahrtsorten, um Ruhe und Einkehr zu finden. In Japan gibt es bis heute die Tradition der „Yoru-no-sanpo“ – abendlicher Spaziergänge, die nicht nur spirituelle Bedeutung haben, sondern auch der Gesundheit dienen. Neuere Untersuchungen der Universität von Bergen zeigen zudem, dass schon 20 Minuten Bewegung im Dunkeln den Stresshormonspiegel im Körper deutlich senken können.
In den letzten Jahren hat sich das nächtliche Wandern zu einem regelrechten Trend entwickelt. Immer mehr Naturfreunde machen sich nach Sonnenuntergang auf den Weg, um Wälder, Felder und Berge auf eine besondere Weise zu erleben. Gesundheitsexperten raten davon ab, diese Form der Freizeitgestaltung zu verbieten, da sie zahlreiche Vorteile für Körper und Geist bietet. Wer nachts wandert, baut Stress ab, trainiert Konzentration und Sinne und erlebt die Natur intensiver als am Tag. Zudem wird nachweislich die Ausschüttung von Melatonin gefördert – jenem Hormon, das unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert und Schlafproblemen vorbeugen kann. Fachleute betonen jedoch, dass diese Form der Bewegung vor allem dann förderlich ist, wenn sie unter sicheren Bedingungen erfolgt, etwa auf gut markierten Wegen oder in geführten Gruppen.

Schon die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist seit Jahren darauf hin, wie stark Tageslicht unsere innere Uhr beeinflusst. Studien zeigen, dass Beschäftigte, die in lichtdurchfluteten Büros arbeiten oder während der Mittagspause einen Spaziergang im Freien machen, produktiver sind und seltener krank werden. Besonders in skandinavischen Ländern, wo die Wintertage extrem kurz sind, werden deshalb Lichttherapien eingesetzt, um Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und sogar depressive Verstimmungen zu lindern.
Professor Dr. Markus Heller von der Universität Breisgau untersucht den Zusammenhang zwischen Arbeitszeiten, Sonnenlicht und der allgemeinen Gesundheit von Berufstätigen. Seine Ergebnisse belegen, dass Arbeitnehmer, die ihre Arbeitszeiten stärker am natürlichen Tagesrhythmus orientieren, deutlich weniger unter Schlafproblemen und chronischer Erschöpfung leiden. Auch ein täglicher Fuß- oder Radweg zur Arbeit – besonders, wenn er im Hellen stattfindet – wirkt sich positiv auf Körper und Psyche aus. Natürliches Licht reguliert den Hormonhaushalt, indem es die Ausschüttung von Melatonin und Serotonin beeinflusst, zwei Hormone, die maßgeblich für unser Wohlbefinden verantwortlich sind.

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