Lesen Teil 1 - Insekten
Die anhaltend außergewöhnlich hohen Temperaturen haben im Süden Frankreichs eine Tierplage unbekannten Ausmaßes ausgelöst. Bei den Plagegeistern handelt es sich um Unmengen von zwei bis dreieinhalb Zentimeter langen Heuschrecken, den sogenannten Roten Schnarrschrecken. Die dunklen Insekten fressen Felder und Wiesen kahl und haben innerhalb von rund sechs Wochen die Landschaft in eine trostlose Steppe verwandelt. Die Landwirte der Region sind bereits verzweifelt, denn ihre gesamte Ernte hat sich buchstäblich in Luft aufgelöst. Wenn man über ein befallenes Feld geht, springt bei jedem Schritt ein Schwarm Schnarrschrecken auf. Der Name dieser heimischen Tierart hat übrigens einen ganz einfachen Ursprung: Die Heuschrecken machen beim Springen ein lautes Geräusch – sie schnarren also – und ihre leuchtend roten Hinterflügel sind gut sichtbar. Daher der Name "Rote Schnarrschrecke“. Manche Experten vermuten, dass die Heuschreckenplage durch einen drastischen Klimawandel ausgelöst wird. Die damit verbundene Aufheizung mache Südeuropa immer „afrikanischer“. Ein deutscher Wissenschaftsautor wies kürzlich im Internet mehrfach darauf hin, dass es im Laufe der Erdgeschichte ständig einen Wechsel von Warmzeiten und Kaltzeiten gegeben habe, der keineswegs abgeschlossen sei. Zeitweise habe das Gebiet von Europa nahe am Äquator gelegen. Der Einsatz von Gift gegen die Heuschrecken ist sehr riskant. Es darf nur ein Mittel verwendet werden, das ausschließlich für die Heuschrecken tödlich ist, nicht aber für Bienen und andere Insekten. Auch das Vieh der Bauern darf nicht durch verseuchtes Futter gefährdet werden. Die einzige gute Nachricht: Für Menschen und andere Tiere sind die Heuschrecken völlig ungefährlich.
Für immer wird eine der größten Umweltkatastrophen mit dem Namen des damals in Basel ansässigen Chemiekonzerns Sandoz verbunden bleiben, der heute zu Novartis gehört. Im Jahr 1986 führte ein Brand in einer Lagerhalle des Konzerns zu einer Verunreinigung des Rheins mit 20 Tonnen hochgiftiger Pestizide und Insektizide. Auf einer Länge von 450 Kilometern kam es zu einem massiven Fischsterben, wobei vor allem Aale betroffen waren. Trinkwasser konnte nicht mehr aus dem Fluss gewonnen werden. Der öffentliche Druck, der als Reaktion auf die Umweltkatastrophe entstand, führte zu großen Investitionen in den Gewässerschutz. Im Rahmen des „Aktionsprogramms Rhein“ wurden rund 60 Milliarden Euro in den Ausbau von Kläranlagen entlang des Rheinufers investiert. Viele Schwermetalle wie Kupfer, Cadmium, Blei und Quecksilber konnten reduziert und teilweise sogar vollständig aus dem Rhein verbannt werden. Angesichts der ergriffenen Maßnahmen spricht die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) heute wieder von „guter Wasserqualität“ des Rheins. 63 Fischarten sind wieder im Rhein vertreten, darunter auch Lachse. Die Aufgaben des Gewässerschutzes sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Zink, Kupfer und Cadmium sowie Pestizide und Stickstoff bereiten weiterhin Sorgen. Kürzlich warnte das Verbraucherschutzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen vor dem Verzehr von Rheinfischen unterhalb von Duisburg, weil Tenside durch die Nebenflüsse Möhne und Ruhr in den Rhein gelangt waren.
Der Klimawandel in Verbindung mit der Globalisierung führt dazu, dass in Deutschland zunehmend Tiere heimisch werden, die hier zuvor nicht beobachtet wurden. Zu diesen Neuankömmlingen gehören auch exotische Stechmücken, wie beispielsweise der japanische Buschmoskito. Mit den exotischen Stechmücken kommen auch neue Infektionserreger nach Deutschland, die möglicherweise bisher unbekannte Krankheiten beim Menschen auslösen können. Eine Forschergruppe identifizierte nun einige Erreger, die bisher nur in Afrika und Asien vorkamen. Anfang 2011 wurde ein interdisziplinäres Projekt ins Leben gerufen. Ein erstes Ziel der Forschungsarbeit ist die Erstellung einer Mückenkarte für Deutschland. "Innerhalb weniger Jahre wollen wir einen Überblick über die Artenverteilung der Mücken haben und wissen, welche Viren in ihnen stecken", so Professor Dr. Sven Klimpel, der Leiter des Bernhard-Nocht Instituts. Das Bernhard-Nocht-Institut ist eine international anerkannte Forschungseinrichtung, die eine langjährige Erfahrung in der Virendiagnostik in das Projekt einbringt. Es verfügt über Labore der höchsten Sicherheitsstufe, die erforderlich sind, um neue Viren mit unbekanntem Gefährdungspotential zu untersuchen. Mit den neu entdeckten, aus Asien stammenden Mückenarten konnten in Deutschland bislang 48 Stechmückenarten von Entomologen nachgewiesen werden. Seit einigen Jahren breitet sich die Malariamücke Anopheles plumbeus in Südwestdeutschland aus. Auch die Asiatische Tigermücke, die unter anderem das gefährliche Denguefieber verbreitet, schaffte es 2018 in die Schlagzeilen, weil sie am Rhein gefunden wurde.
Forscher haben bei Versuchen im Bronx Zoo in New York eine neue Erkenntnis über Elefanten erlangt: Sie können sich selbst im Spiegel erkennen. Zumindest eines von drei Versuchstieren versuchte, einen auf seinem Kopf aufgemalten Fleck, der im Spiegelbild zu sehen war, zu entfernen. Bisher war unter anderem von Affen, Delfinen und Elstern ein ähnliches Verhalten bekannt. Und auch bei diesen reagierte nicht immer alle Versuchstiere auf einen Spiegel. Es gab auch schon in der Vergangenheit solche Tests mit Elefanten, die aber auf keine Selbsterkenntnis schließen ließen. Den Grund sieht ein Wissenschaftler im Versuchsaufbau: "Das große Problem ist, einen Spiegel zu haben, der 'elefantenfest' ist." Frühere Versuche hätten zu kleine und zu schwer zugängliche Spiegel verwendet. Die Elefanten aber wollten "dagegen knallen, dahinter schauen, die Sache ausprobieren, bevor sie verstehen, was vor sich geht". Deshalb wurde diesmal ein 2,5 mal 2,5 Meter großer Spiegel in einem Elefantengehege mit drei weiblichen asiatischen Elefanten montiert, der stabil genug für ausgiebige Untersuchungen durch die Tiere war. Bei ähnlichen Tests mit Affen und Delfinen gibt es normalerweise vier Phasen der Erkenntnis im Spiegel: Zuerst der Versuch der Kommunikation mit dem vermeintlichen Artgenossen, dann eine physische Inspektion des Spiegels, ein Testen des Verhaltens des Spiegelbilds und schließlich die Selbsterkenntnis. Die Elefanten übersprangen die erste Phase und schauten in Phase zwei hinter den Spiegel und griffen auch mit dem Rüssel dahinter. In Phase drei führten sie verschiedene Bewegungen durch und verglichen sie mit denen des Spiegelbildes. Auch wenn sich dann nur eines der Tiere selbst erkannte, indem es den aufgemalten Fleck untersuchte und nach einiger Zeit dann auch das Interesse an dem Fleck verlor, sehen die Wissenschaftler das Ergebnis als eindeutigen Beweis für die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis. Als Nächstes wollen sie die Fähigkeiten von Elefanten auch in ihrer natürlichen Umgebung weiter erforschen.
Heute und morgen tagt in Göteborg die Internationale Nordseekonferenz (INK), an der Regierungsvertreter der acht Nordsee-Anrainerstaaten teilnehmen. Der World Wide Fund For Nature (WWF) kritisierte in diesem Zusammenhang, dass dies das letzte Treffen dieser Art sei. Künftig sollen Fragen der Nordsee auf europäischer Ebene behandelt werden. Der WWF befürchtet, dass die Berücksichtigung ökologischer Belange der Nordsee künftig im europäischen Rahmen vernachlässigt werde: "Es sieht nicht gut aus für die Nordsee", so fasste WWF-Meeresschützer Stefan Lutter diese Besorgnis in Worte. Der WWF ist der Ansicht, dass auf den Treffen der INK richtungsweisende Beschlüsse zum Nordseeschutz gefasst worden seien. Das Problem sei allerdings die Umsetzung dieser Beschlüsse in politisches Handeln in den Anrainerstaaten. Zu diesen Beschlüssen gehörte beispielsweise das 2001 vereinbarte Abkommen zum Verbot giftiger Schiffsfarben sowie ein weiteres Abkommen, das die Verunreinigung der Nordsee durch von Schiffen abgelassenes Ballastwasser bekämpfen sollte. Diese Abkommen wurden erst zum Teil umgesetzt. Der WWF befürchtet nun, dass diese wichtigen INK-Initiativen unter den Tisch fallen könnten. Anlässlich des letzten Treffens der Anrainerstaaten erneuerte der WWF seine Kritik an der Fischereipolitik. Das Ziel einer nachhaltigen Fischereipolitik stehe zwar auf der Tagesordnung der Konferenz, die alltägliche Praxis in der EU sei jedoch durch die "Plünderung der Fischbestände" gekennzeichnet. Die Kabeljaubestände stünden kurz vor dem Zusammenbruch, sagte der WWF-Fischereiexperte. Ein notwendiger Fangstopp für diese Fischart sei jedoch nicht geplant. Ein weiteres ungelöstes Problem sei das Beifang-Problem. Der WWF-Sprecher brachte dazu folgendes Rechenbeispiel: Auf jedes Kilo Plattfisch, das auf den Tellern lande, gingen über fünf Kilo ungenutzter Beifang in die Netze der Fangflotten.
Neue Heuschreckenart in Frankreich entdeckt Insektenart.
Kleine Plagegeister können Krankheiten bringen.
Landwirte wollen Gift gegen schädliche Insekten einsetzen/Bauern sind gezwungen, Gift gegen schädliche Insekten einsetzen.
Neue Mittel gegen Mücken.
Neue Studie: nicht nur Affen und Delfine erkennen sich selbst.
Probleme beim Versuchsaufbau: Studie gescheitert.
Rhein nach Chemieunfall noch immer tot.
Rückblick: Fischsterben im Rhein.
Um die Zukunft der Nordsee ist es schlecht bestellt.
WWF zieht positive Bilanz für die Nordsee.
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