Mit dem sogenannten SMS-Daumen erbringen Kinder heutzutage Höchstleistungen. Das Handgelenk hingegen schmerzt schnell, Schreiben mit der Hand ungewohnt ist. Kinder haben damit in der Schule mehr Probleme.
Dennoch gibt es einen neuen Trend, der mit Handschrift zu hat: Unter dem Hashtag Lettering finden sich auf Instagram über zwölf Millionen Beiträge.
Beim Lettering werden Buchstaben auf kunstvolle Weise gezeichnet und dekoriert. Von der klassischen Schönschrift unterscheidet es sich dadurch, dass die einzelnen Buchstaben eher wie als wie Wörter empfunden . Der visuelle Eindruck von Schrift und Bild ist entscheidend. Erfahrungen hat auch die Wiener Designerin Nina Holler gemacht, die Schrift-Workshops für Kinder und Erwachsene anbietet. Auf Weise vermittelt die Künstlerin das Thema Schrift aus unterschiedlichen Zeitepochen bis hin zum handgezeichneten modernen Alphabet. So will sie dem persönlichen sprachlichen Ausdruck wieder mehr Tiefe verleihen. Der Künstlerin ist es ein Anliegen, Kinder die Freude am Schreiben wiederentdecken. Die Schülerinnen und Schüler lernen durch Lettering nebenbei auch, coole Einladungen und Logos zu .
Der Rhythmus mache den individuellen Ausdruck beim Schreiben mit der Hand aus. Es nütze wenig, an einzelnen Buchstaben zu üben, meint Nina Holler. Zu Beginn lässt sie ihre Schüler daher nur einzelne Elemente von Buchstaben schreiben, bis ihnen das flüssig von der Hand . So wird die Feinmotorik wieder gestärkt, die vielen Kindern abhandengekommen ist.
Gerade Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren biete die Auseinandersetzung mit Schrift eine Möglichkeit, die eigene Handschrift zu beurteilen und zu entwickeln. So sollen sie neue Wege finden, um sich auszudrücken.